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Bericht im Anhang von Isabel Heusser aus der SN vom 03. März 2021.

 

 

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Bericht im Anhang aus der SN vom 06. Januar 2021 zum Impfstart im Kanton...

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Bericht aus der SN vom 27. November 2020 zum aktuellen Projekt der...

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«Leben im Quartier für Menschen mit Demenz»

Entstehung und Lage

Die Stiftung Schönbühl nimmt in Schaffhausen bereits seit vielen Jahren eine führende Rolle im Bereich innovativer und demenzgerechter Versorgungsstrukturen ein. Für an Demenz Betroffene und ihren Angehörigen steht mit dem «Höfli» ein qualitativ hochstehendes, auf Demenz spezialisiertes und niederschwellig erreichbares Versorgungsangebot bereit. Ein speziell für diesen Zweck umgebautes Bauernhaus bietet angepassten Wohn- und Lebensraum für an Demenz erkrankten Personen in zwei autonomen Wohnungen. Im ehemaligen Bauernhaus in Herblingen wohnen ab April 2021 Menschen mit Demenz auf die Art, wie sie es schon immer gemacht haben. Sie kochen zusammen, machen den Haushalt, bewirtschaften den Garten und geniessen ruhige Stunden in Gemeinschaft. Bei der Wahl des Standortes wurde bewusst nach einem Gebäude gesucht, das nicht irgendwo am Dorfrand oder auf der «grünen Wiese» steht, sondern dass die an Demenz erkrankten Menschen in einem Quartier integriert sind.

Ziele und Ausrichtung

Als Begegnungsort hat das Höfli zum Ziel, Demenz «erlebbar» zu machen und Hemmschwellen abzubauen. Alltag schafft Handlungsräume und bietet vielseitige Möglichkeiten sozialer Teilhabe.

Das «Höfli» steht für:

  • Eine selbstbestimmte Lebensführung und soziale Teilhabe mit und trotz Demenz und bis ans Lebensende
  • Die Integration des «Höfli», seiner Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Angehörigen und den Mitarbeitern im Quartier
  • Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Bevölkerung zu informieren, zu sensibilisieren und Hemmschwellen abzubauen im Umgang mit der Demenzkrankheit 

Leben und Wohnen

Die grosszügigen Räumlichkeiten im Höfli bieten vielfältige Möglichkeiten. Im geräumigen Erdgeschoss findet tagsüber die gemeinsame Gestaltung der Alltagsaktivitäten statt. Die Höfli Stube ist Begegnungsort gegen innen und gegen aussen. Die zwei Wohnungen im ersten und zweiten Stock bieten Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre für 12-14 Bewohnerinnen und Bewohner in einem sehr überschaubaren Setting.

Jede Wohnung verfügt über eine Küche, einen Essbereich und eine grosszügige Stube als Begegnungsort. Vom 1. Stock führt eine Rampe direkt in den Garten. Die Räume sind wohnlich, stimulierend und sinnstiftend gestaltet. Menschen mit Demenz sollen sich darin orientieren, bewegen und betätigen können. Die Wege innerhalb und ausserhalb des Hauses ermöglichen es Bewohnerinnen und Bewohnern mit starkem Bewegungsdrang selbstständig unterwegs sein zu können. Verschiedene Nischen bieten die Möglichkeit eines Rückzugortes. Der grosszügige Umschwung steht Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und Besuchern zur Verfügung und bietet sowohl Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten als auch Stimulation für die Sinne.

Die Einrichtung des Zimmers erfolgt nach den Bedürfnissen des darin lebenden Menschen. Er soll sich zu Hause fühlen mit vertrauten Bildern, kleinen Möbeln und wichtigen Gegenständen aus seinem Leben. 

 

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Betreuung als Unterstützungsform

Personenorientiert arbeiten heisst, mit den betroffenen Menschen und nicht für sie Lösungen zu suchen und Wege zu finden. Betreuung heisst nicht erledigen, sondern ermöglichen.  

Im Höfli wird das Konzept der positiven Personenarbeit nach Tom Kitwood umgesetzt. Ziel der positiven Personenarbeit ist es, ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit zu schaffen, soziale Verbundenheit zu sichern und die Betroffenen in ein normales Leben einzubinden. Der Alltag im «Höfli» bietet eine Vielzahl an Handlungsfeldern, durch welche den psychischen Bedürfnissen der demenzbetroffenen Personen entsprochen werden können.

Betreuung als sorgende Beziehung

Betreuung beruht auf dem gegenseitigen Wahrnehmen und Mitfühlen in einer Begegnung zwischen Menschen. Die Beziehung baut auf Kontinuität, Stabilität und Verbindlichkeit auf. Sie geschieht durch verbale und non-verbale Kommunikation auf Augenhöhe. Die Betreuung gründet auf einer von Gefühlen und Verständnis geprägten, sorgenden Beziehung. Entscheidend sind die Anerkennung und die Wahrung der selbstbestimmten Lebensführung und der gesellschaftlichen Teilhabe des betroffenen Menschen, auch wenn seine Fähigkeiten dazu begrenzt sind. Mitfühlen meint die Fähigkeit, sich auf das Erleben des Gegenübers immer wieder aufs Neue einzulassen und den Menschen mit Demenz sorgsam zu begleiten. Für gute Betreuung muss man sich Zeit nehmen und Zeit nehmen können.

Angehörige

Die Angehörigen werden im Höfli als Teil des Hilfesystems der Person mit Demenz wahrgenommen.

Nicht die Einzelperspektive der Pflege oder der Angehörigen bestimmt die Vorgehensweise, sondern das Zusammenwirken der einzelnen Akteure. Die Praxis orientiert sich an den Ressourcen und den spezifischen Fähigkeiten des Bewohners und seines direkten Umfeldes.

Geteilte Verantwortung

Geteilte Verantwortung bedeutet Betreuung in einem Beziehungsgeflecht. Im Sinne einer «sorgenden Gemeinschaft». Neben den Professionellen wirken Angehörige, Freiwillige, Nachbarn und Bekannte mit an der «Sorgearbeit». Die Betreuung orientiert sich an den Bedürfnissen, Wünschen und an der Lebenssituation der betreuten Person. Dabei dürfen die Integrität und die Selbstbestimmung der betreuten Person nicht verletzt werden.

Soziale Teilhabe und Selbstbestimmung

Das «Höfli» fördert die soziale- und soziokulturelle Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner durch eine offene und zugehende Haltung der Mitarbeitenden und durch die Gestaltung expliziter Angebote.

Ihr Ansprechpartner & Medienkontakt

 

Theo Deutschmann
Geschäftsführer
Telefon 052 630 00 90
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